DTG-Druck (Direct to Garment)
Beim DTG-Druck arbeitet eine spezielle Textildruckmaschine wie ein großformatiger Tintenstrahldrucker direkt auf dem Shirt. Die wasserbasierten Tinten ziehen in die Fasern ein und werden mit Hitze fixiert. Der Druck liegt nicht auf dem Stoff, sondern wird Teil davon – das macht DTG zum unauffälligsten Verfahren in Sachen Haptik und gleichzeitig zum einzigen, das ohne Setup-Kosten ab einem einzigen Stück wirtschaftlich druckt.
Wie der DTG-Prozess abläuft
Auf hellen Stoffen wird das Motiv direkt aufgesprüht. Auf dunklen oder farbigen Stoffen wird zunächst eine weiße Vorbehandlungsschicht (Pre-Treatment) aufgetragen, damit die Farben sauber deckend wirken – sonst würden helle Bildanteile im dunklen Untergrund verschwinden. Anschließend wird das Shirt mit einer Heizpresse fixiert, damit die Tinte dauerhaft hält.
Stärken von DTG
- Fotorealistische Drucke mit unbegrenzter Farbpalette und feinen Details (auch Farbverläufe, Schatten, kleine Schriften)
- Keine Setup-Kosten – wirtschaftlich ab 1 Stück
- Weicher Griff: Druck fühlt sich kaum anders an als der umliegende Stoff
- Atmungsaktiv, da keine geschlossene Schicht aufliegt
- Jedes Shirt kann ein anderes Motiv haben – ideal für individualisierte Aufträge
Wofür DTG nicht die erste Wahl ist
- Reines Polyester: Die Tinten haften dort schlecht – besser DTF oder Sublimationsdruck wählen
- Sehr große Auflagen: Ab ca. 50–100 gleichen Shirts ist Siebdruck pro Stück günstiger
- Neonfarben: Lassen sich digital nicht 1:1 abbilden – dafür eignen sich Sieb- oder Flexdruck
Typische Einsatzbereiche
DTG ist die Standardwahl für Einzelstücke mit Foto, Geburtstags- und JGA-Shirts, Geschenke mit eigenem Motiv, kleine Auflagen mit individuellen Designs pro Person und alle Aufträge, bei denen das Motiv sehr viele Farben oder feine Details enthält.
Häufige Fragen zum DTG-Druck
Wie lange hält ein DTG-Druck?
Bei richtiger Pflege überlebt ein DTG-Druck rund 40–60 Maschinenwäschen ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Wichtig: Bei 30–40 °C waschen, auf links, ohne Bleiche oder Weichspüler und nicht in den Trockner. Mit der Zeit kann der Druck minimal heller werden – das ist normal und unterscheidet sich nicht von der Alterung anderer hochwertiger Druckverfahren.
Welche Stoffe eignen sich für DTG?
Am besten funktioniert DTG auf reiner Baumwolle, idealerweise ringgesponnen und gekämmt – also auf klassischen Premium-Shirts. Mischgewebe bis ca. 50 % Polyester ist möglich, mit leichten Einbußen bei Deckkraft und Brillanz. Auf reinem Polyester sollte stattdessen DTF oder Sublimationsdruck eingesetzt werden, weil die Tinten dort nicht ausreichend in die Faser eindringen.
Welche Bildauflösung braucht ein DTG-Motiv?
Mindestens 300 dpi in der späteren Druckgröße – also rund 1500 × 2000 Pixel für einen A4-großen Druck auf der Brust. Smartphone-Fotos in voller Auflösung reichen meistens aus. Bei alten gescannten Bildern, Screenshots aus sozialen Medien oder Logos im JPG-Format kann die Qualität für DTG zu niedrig sein. PNG mit transparentem Hintergrund ist ideal, weil sich Hintergrundfarben damit klar abgrenzen.
Funktioniert DTG auch auf schwarzen Shirts?
Ja, dafür wird zuerst eine weiße Vorbehandlungsschicht aufgetragen, damit die Farben deckend wirken. Das Ergebnis ist auf dunklen Stoffen genauso brillant wie auf hellen, nur fühlt sich der bedruckte Bereich auf dunklen Shirts minimal fester an, weil zusätzlich die weiße Grundierung mit auf dem Stoff liegt. Bei filigranen Linien und feinen Schriften kann das ein Argument sein, ein helleres Shirt zu wählen.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich ein Wechsel zu Siebdruck?
Ab etwa 50–100 gleichen Shirts mit demselben Motiv und wenigen Farben wird Siebdruck pro Stück günstiger – die Einrichtungskosten verteilen sich dann auf viele Stück. Solange jedes Shirt anders aussieht (z. B. mit individuellen Namen oder Nummern) oder das Motiv viele Farben und Verläufe hat, bleibt DTG fast immer die wirtschaftlichste Wahl, unabhängig von der Stückzahl.
Wie pflege ich ein DTG-bedrucktes Shirt richtig?
Auf links waschen bei 30–40 °C, mildes Waschmittel verwenden, keine Bleiche, keinen Weichspüler. Nicht in den Trockner – Hitze beschleunigt das Verblassen jedes Drucks. Bügeln nur auf der Rückseite oder mit einem Bügeltuch über dem Motiv. Wer diese Regeln einhält, hat lange Freude am Druck.