DTF-Druck (Direct to Film)
Beim DTF-Druck wird das Motiv zuerst spiegelverkehrt auf eine spezielle PET-Folie gedruckt, mit einem feinen Klebepulver bestreut und anschließend per Heizpresse auf das Textil übertragen. Der entscheidende Unterschied zu DTG: DTF haftet auf praktisch jedem Stoff – Baumwolle, Polyester, Mischgewebe, Nylon, sogar auf Funktionsstoffen wie sie bei Sport-Trikots eingesetzt werden.
Wie der DTF-Prozess abläuft
Eine DTF-Maschine druckt das Motiv mit CMYK-Farben plus deckendem Weiß auf eine Transferfolie. Direkt danach wird die noch feuchte Tinte mit einem speziellen Hot-Melt-Klebepulver bestreut – das überschüssige Pulver wird abgeschüttelt, das verbleibende verbindet sich beim Trocknen mit der Tinte. Beim Auflegen auf das Shirt und Pressen mit Hitze (ca. 160 °C, 15 Sekunden) verschmilzt der Klebstoff mit den Stofffasern und verankert das Motiv dauerhaft.
Stärken von DTF
- Funktioniert auf fast jedem Stoff – auch reinem Polyester, Nylon oder Mischgewebe
- Sehr kräftige, deckende Farben, auch auf dunklen Textilien
- Elastischer Druck, der sich mit dem Stoff dehnt, ohne zu reißen
- Robust gegen häufiges Waschen – oft 50+ Wäschen ohne sichtbare Abnutzung
- Lohnt sich ab kleinen Stückzahlen, ohne aufwändiges Sieb-Setup
Wofür DTF nicht die erste Wahl ist
- Sehr große Flächen: Der Druck liegt als dünne Schicht auf und kann großflächig weniger atmungsaktiv wirken
- Haptik: Auf hochwertigen Premium-Shirts kann der „aufgesetzte" Look weniger natürlich wirken als DTG
- Premium-Look für Polo- oder Softshell: Da bleibt Stickerei die optisch wertigere Wahl
Typische Einsatzbereiche
DTF ist die Standardwahl für Firmen-Shirts mit Logo, Vereinsbeschriftung auf Trikots, Workwear, gemischte Aufträge mit unterschiedlichen Stoffen und mittelgroße Auflagen, bei denen DTG zu langsam und Siebdruck zu aufwändig wäre. Auch für individuelle Namen und Rückennummern auf Sport-Trikots ist DTF eines der gängigsten Verfahren.
Häufige Fragen zum DTF-Druck
Wie lange hält ein DTF-Druck?
Bei richtiger Pflege übersteht ein DTF-Druck rund 50–80 Maschinenwäschen ohne sichtbaren Qualitätsverlust – damit gehört DTF zu den haltbarsten Druckverfahren neben Stickerei. Wichtig: bei 30–40 °C waschen, auf links, ohne Weichspüler und nicht im Trockner. Über die Jahre kann der Druck minimal an Glanz verlieren, die Farben bleiben aber deckend.
Was ist der Unterschied zwischen DTF und DTG?
DTG druckt die Tinte direkt in die Fasern – funktioniert nur auf Baumwolle und Mischgewebe mit hohem Baumwollanteil, dafür mit weichem Griff. DTF druckt das Motiv erst auf eine Folie und überträgt es per Hitze auf den Stoff – funktioniert auf praktisch jedem Material, deckt auf Dunklem stärker, fühlt sich aber leicht aufgesetzt an. Faustregel: Foto auf Premium-Baumwoll-Shirt → DTG. Logo auf Funktions-Trikot oder gemischter Auftrag → DTF.
Funktioniert DTF auch auf Polyester und Funktionsstoffen?
Ja – das ist eine der Hauptstärken des Verfahrens. Auf reinem Polyester, Nylon und Sportstoffen funktioniert DTF deutlich besser als DTG. Wichtig bei sehr hitzeempfindlichen Stoffen wie dünnen Funktionsshirts: Die Presstemperatur wird entsprechend angepasst, damit das Material nicht beschädigt wird. Bei Sport-Trikots ist DTF eines der gängigsten Verfahren für Namen und Nummern.
Welche Bildauflösung braucht ein DTF-Motiv?
Mindestens 300 dpi in der gewünschten Druckgröße – also rund 1500 × 2000 Pixel für einen A4-Druck. Bei Logos und Schriftzügen ist eine Vektordatei (SVG, EPS, AI oder PDF) ideal, weil sie ohne Qualitätsverlust skaliert. PNG mit transparentem Hintergrund ist die zweitbeste Wahl. JPGs mit weißem Hintergrund führen oft zu sichtbaren Kanten beim Druck und sollten möglichst freigestellt werden.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich DTF im Vergleich zu Siebdruck?
DTF lohnt sich ab ca. 5–10 Stück, weil die Folie effizient genutzt werden kann und keine aufwändige Siebvorbereitung anfällt. Klassischer Siebdruck wird ab ca. 50–100 Stück mit demselben Motiv und wenigen Farben pro Stück günstiger. Bei mittleren Auflagen (10–50 Stück) und mehrfarbigen Motiven ist DTF fast immer die wirtschaftlichste Wahl.
Reißt der DTF-Druck beim Dehnen oder Bügeln?
Moderne DTF-Drucke sind elastisch und reißen beim normalen Tragen oder Strecken des Stoffs nicht. Direkt mit dem heißen Bügeleisen über den Druck zu fahren sollte trotzdem vermieden werden – immer auf der Rückseite bügeln oder ein Bügeltuch zwischen Eisen und Motiv legen. Bei zu hoher Hitze direkt auf dem Druck kann die Oberfläche speckig werden.
Wie pflege ich ein DTF-bedrucktes Textil richtig?
Auf links waschen bei 30–40 °C, mildes Waschmittel ohne Bleiche oder Weichspüler verwenden. Nicht in den Trockner – das verkürzt die Lebensdauer jedes Drucks deutlich. Beim Bügeln auf links oder mit Tuch arbeiten. So bleibt der Druck auch nach Jahren noch deckend und elastisch.